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Corona-Warn-App soll kommende Woche starten

Im Kampf gegen das Coronavirus soll die lange geplante staatliche Warn-App für Smartphones in der kommenden Woche an den Start gehen. Die Anwendung soll dann vorgestellt und auch gleich zum Herunterladen angeboten werden, wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin sagte. Der genaue Tag wurde noch nicht genannt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) machte deutlich, dass die freiwillige App zum digitalen Nachverfolgen von Infektionsketten technisch attraktiv gestaltet werden soll, um eine breite Nutzung zu erreichen. Aus der Opposition kam Kritik am wochenlangen Vorlauf.

Spahn sagte der „Rheinischen Post“ (Montag), die Entwicklungszeit sei gebraucht worden, um hohe Anforderungen zu erfüllen. „Die App muss auf allen Endgeräten genutzt werden können und soll beispielsweise auch dann messen, wenn man mit dem Handy Musik hört.“ Hinzu kämen Vorgaben bei Datenschutz, Datensicherheit und Energieeffizienz. „Eine App, die in wenigen Stunden den Akku des Handys leerzieht, nutzt keiner.“ Die Bundesregierung wolle in einer breiten Kampagne für die Nutzung werben. „Wenn wir in den kommenden Wochen einige Millionen Bürger von der App überzeugen, dann bin ich schon zufrieden.“

Die sogenannte Tracing-App soll helfen, Infektionsketten leichter zu erkennen und nachzuverfolgen. Wird ein Nutzer positiv getestet und dieser Status in der App erfasst, sollen andere Anwender informiert werden, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. „Die App ist kein Allheilmittel. Sie ist aber ein weiteres, wichtiges Werkzeug, um die Infektionszahlen niedrig zu halten“, sagte Spahn. Sie solle helfen, Kontaktpersonen schnell zu informieren und zum Testen einzuladen. „Wenn dann im Vergleich zu heute eher einer mehr zum Testen geht, als einer zu wenig, dann ist das umso besser.“

Spahn erläuterte, im Vergleich zur analogen Welt solle die App auch für den Datenschutz Vorteile bringen. „Bei der derzeit vielfach obligatorischen Abfrage der persönlichen Kontaktdaten bei Restaurants oder Gottesdiensten trägt man ja in Wahrheit nicht nur seine eigene Telefonnummer in die Liste ein, sondern kann auch die des vorherigen Gastes lesen. Da ist es mit dem Datenschutz oft nicht weit her.“ Der Minister bekräftigte, dass die Regierung keine gesonderte gesetzliche Grundlage für die App anstrebe. In der Datenschutzgrundverordnung sei alles Notwendige eindeutig geregelt – etwa zur Freiwilligkeit und zur ausdrücklichen Einwilligung für jede Nutzung der Daten.

FDP-Digitalexperte Manuel Höferlin sagte: „Es wäre fatal, wenn sich die Fertigstellung der App weiter verzögern würde. Wir hinken im europäischen Vergleich zeitlich sowieso schon wieder weit hinterher.“ Die Regierung habe genug Zeit gehabt, um dafür zu sorgen, dass die App alle Vorgaben erfüllt. „Dass dies zwingend auch einen moderaten Akkuverbrauch beinhalten muss, ist doch eine Selbstverständlichkeit und keine unerwartete Herausforderung.“ FDP-Fraktionsvize Frank Sitta kritisierte: „Die chaotische Entwicklung der App hat bereits viel wertvolle Zeit und Vertrauen der Bürger gekostet.“

Nach Regierungsangaben gab es nach einer Vorab-Veröffentlichung von Programmierungsdaten für die App bereits zahlreiche Rückmeldungen.

Demnach gingen unter anderem auch 285 Verbesserungsvorschläge ein.

 

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Bundesregierung prüft drei Modelle für Corona-Warn-App

Die Bundesregierung hat für die geplante Corona-Warn-App drei unterschiedliche technische Konzepte in der näheren Auswahl. Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine schriftliche Anfrage der Bundestagsabgeordneten Anke Domscheit-Berg (Linke) hervor. Danach „betrachtet und bewertet“ die Regierung nicht nur das Konzept des Projekts Pepp-PT (Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing), sondern auch den rivalisierenden Ansatz DP-3T (Decentralized Privacy Preserving Proximity Tracing) sowie die in Österreich eingesetzte Lösung der Accenture GmbH.

Bei einem ersten Test eines Konzeptes für eine Corona-Warn-App mit Hilfe der Bundeswehr hatte die Bundesregierung noch auf das PEPP-PT-Konzept gesetzt, das von 130 europäischen Wissenschaftlern erarbeitet worden war, darunter auch Forscher des Robert Koch-Instituts. In einer heftig geführten Debatte um ein geeignetes Datenschutzkonzept war das PEPP-PT-Projekt allerdings in den vergangenen Tagen in die Kritik geraten. Rund 300 Experten unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie vor der Gefahr von Überwachung und Missbrauch bei einer zentralisierten Speicherung von Daten warnten. Sie unterstützen mehrheitlich das DP-3T-Konzept, das auch von der TCN Coalition befürwortet wird. Die TCN Coalition war aus mehreren Projekten des Hackathons der Bundesregierung #WirVsVirus hervorgegangen.

Die Bundesregierung betonte in der Antwort auf die Anfrage, sie ziehe ausschließlich eine Nutzung der Corona-Tracking-App auf freiwilliger Basis in Betracht. Modelle und digitale Anwendungen müssten den Vorgaben des Datenschutzrechts entsprechen, bei denen die Datenverarbeitung auf Basis einer Einwilligung erfolge. Es dürften auch keine Standortdaten erhoben werden. Außerdem müssten höchstmögliche IT-Sicherheitsstandards eingehalten werden, die Information der betroffenen Personen anonym erfolgen. Weiterhin solle das Modell anwenderfreundlich konzipiert und technisch geeignet sein, eine epidemiologisch nachvollziehbare Kontaktverfolgung zu ermöglichen.

Domscheit-Berg, die netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, begrüßte, „dass die Bundesregierung entgegen bisheriger öffentlicher Äußerungen nicht nur die zunehmend umstrittene PEPP-PT-Variante berücksichtigt, die auf zentralen Datenabgleich setzt, sondern neben einer in Österreich eingesetzten proprietären App auch die dezentrale und offen gestaltete Variante DP-3T“.

Die Bundesregierung sollte die Empfehlungen der EU-Kommission und des EU-Parlamentes ernst nehmen und nur noch den dezentralen Ansatz weiterverfolgen, sagte Domscheit-Berg der dpa. „Denn nur die Bereitstellung als Open Source, völlige Transparenz im Entwicklungsprozess und die Dezentralität des Datenabgleiches stellen sicher, dass der Datenschutz angemessen berücksichtigt wird.“ Nur bei diesem Verfahren würden Qualität und Akzeptanz der App so hoch sein, dass sie effektiv zur Eindämmung der Pandemie beitragen könne.

Der Expertenstreit um das beste Datenschutzkonzept für die geplante Corona-Warn-App stieß bei den Digitalverbänden Bitkom und BVDW auf scharfe Kritik. Es sei wichtig, die Entwicklung der Anwendung „nicht durch langwierige akademische Debatten noch weiter hinauszuzögern“, sagte der Präsident des IT-Verbands Bitkom, Achim Berg, dem „Handelsblatt“ (Dienstag).

Berg sagte, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft seien gefordert, „Vertrauen und Transparenz zu schaffen, damit sie so viele Menschen wie möglich nutzen werden“. „Wir brauchen diese App jetzt und dürfen keine weitere Zeit verlieren.“

In der Debatte geht es vor allem um die Frage, wie wirksam verhindert werden kann, dass die Daten von Corona-Tracing-Apps ausgespäht und ausgenutzt werden könnten. Der Bitkom erklärte, es sei nicht entscheidend, ob die App auf einer zentralen oder dezentralen Architektur aufbaue – beides lasse sich datenschutzkonform umsetzen. „Wesentlich ist, dass die verschiedenen nationalen Apps gut zusammenspielen und in der Bevölkerung hohes Vertrauen genießen“, sagte Verbandspräsident Berg.

 

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Corona-Warn-App kommt in Deutschland erst im Mai

Die geplante Handy-App zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland wird erst im Mai zur Verfügung stehen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag angekündigt. „Aus heutiger Sicht sind es eher vier Wochen als zwei Wochen, bis wir tatsächlich dann eine haben, die auch alle Anforderungen voll erfüllt“, sagte der CDU-Politiker.

Spahn betonte, die App müsse drei unterschiedliche Anforderungen erfüllen: Datensicherheit, Datenschutz und den eigentlichen Zweck, nämlich die Ausbreitung der Epidemie einzudämmen. „Es muss eine sichere App sein, weil es um sensible Daten geht, was Hacken, Zugriff von anderen und anderes angeht“, sagte der Minister. Beim epidemiologischen Konzept müssten Fragen geklärt werden, etwa welcher Abstand zwischen den Personen und welche Kontaktzeit maßgeblich seien. „Diese Parameter werden mit den drei zuständigen Behörden BSI für die Datensicherheit, das RKI für die Epidemiologie und der Datenschutzbeauftragte für den Datenschutz bearbeitet“.

Eine Corona-Warn-App für Deutschland ist seit Wochen im Gespräch. Sie baut auf dem Konzept des europäischen Konsortiums PEPP-PT auf. Dabei soll Bluetooth-Funktechnik verwendet werden. Die App kann die Infektion zwar nicht unterbinden, aber die Betroffenen schnell informieren, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Die Nutzung soll freiwillig sein. Spahn betonte, mit der App könne man viel genauer erfassen, wen man die vergangenen 14 Tage getroffen habe, als sich lediglich an die Kontakte zu erinnern. Sie helfe auch bei der Benachrichtigung der Betroffenen.

„Es ist ganz ganz wichtig, dass wir, wenn jemand positiv getestet ist auf Corona, ganz schnell Kontakte nachverfolgen können der letzten Tage, informieren können und auch bitten können, auffordern können, zu Hause zu bleiben“, sagte Spahn zuvor im ARD-“Morgenmagazin“. „Das muss im Moment händisch gemacht werden, per Telefon, durch Aufsuchen durch die Gesundheitsämter. Und eine solche App könnte das natürlich deutlich erleichtern.“

Apps zur Corona-Bekämpfung werden derzeit in mindestens zwölf europäischen Ländern vorbereitet oder sind bereits im Einsatz, etwa in Österreich oder in Norwegen. Die EU-Kommission hatte dazu am Donnerstag einen Werkzeugkasten für Contact-Tracing-Apps vorgeschlagen, damit die Apps in einer Art Roaming-Verfahren länderübergreifend verwendet werden können. Dieses Ziel wird auch von Google und Apple verfolgt, die eine zweistufige Unterstützung von Corona-Warn-Apps ab Mai angekündigt hatten. In einer ersten Stufe wollen die beiden Tech-Giganten eine Programmierstelle veröffentlichen, die eine Erstellung einer App erleichtern soll. Später sollen die Funktionen in die Smartphone-Betriebssysteme Android und iOS eingebaut werden.

Obwohl das „Contact Tracing“ in Form einer weitgehend anonymisierten Verfolgung möglicher Kontakte zu Infizierten auf freiwilliger Basis erfolgen soll, ist das Konzept unter Datenschützern und in der wissenschaftlichen Community nicht unumstritten. „Herr Spahn spricht davon, dass die App den Anforderungen genügen sollen, die an eine solche Technologie gestellt werden“, sagte Kilian Holzapfel, Researcher des Physik-Departments (TU München). Die Projektarbeit von PEPP-PT und dem dahinterstehenden Datenspeicherungsprozess sei intransparent und fragwürdig.

Die SPD-Abgeordnete Birgit Sippel sieht bei dem Konzept des „Contact Tracings“ vor allem die Grundrechte auf Freizügigkeit bedroht. „Wenn etwa das Recht, das Haus zu verlassen, oder die U-Bahn zu nutzen, an die Nutzung einer App gekoppelt wird, dann können wir nicht mehr von Freiwilligkeit sprechen“, sagte die Abgeordnete, die im Justizausschuss des EU-Parlaments federführend an Gesetzen zu elektronischen Beweismitteln und Privatsphäre in der Kommunikation arbeitet, dem Portal netzpolitik.org.

Der Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, Konstantin von Notz, sagte, einer App, die Kontakte nachvollzieht, würde seine Fraktion „in normalen Zeiten sicherlich nicht zustimmen, aber wir sehen uns mit einer sehr ernsthaften Bedrohung konfrontiert“. Daher unterstützen die Grünen die App „als einen Baustein einer Strategie gegen die Pandemie, vorausgesetzt die Daten bleiben bei den Nutzern, die diese App freiwillig herunterladen“.

Der deutsche IT-Unternehmer Chris Boos aus dem Digitalrat der Bundesregierung, einer der Initiatoren des PEPP-PT-Projektes, sagte, man könne ein Werkzeug anbieten, das die Bemühungen zur Bewältigung der Pandemie unterstütze, während man auf einen Impfstoff warte. „Es kann es nicht allein schaffen, aber es kann ein wichtiger Baustein sein, und wir können es in einer die Privatsphäre wahrenden und über Grenzen hinweg funktionierenden Weise tun, die auch ethisch vertretbar ist.“ Es sagte den Kritikern des Konzeptes eine größere Offenheit zu und versprach, weitere technische Details zum Datenschutz- und Verschlüsselungskonzept zur Verfügung zu stellen.

 

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Gravierende Veränderungen bei Medienkonsum und Kaufverhalten

Aktuelle Studie zu Auswirkungen von Corona in Deutschland

Niemals zuvor in der jüngeren Geschichte gab es weltweit und in Deutschland gleichzeitig so viele Veränderungen und Einschnitte wie seit Ausbruch der Corona-Pandemie: Gesellschaftlich, politisch, wirtschaftlich und natürlich auch im Gesundheitswesen. Die Auswirkungen auf den Markt für Consumer Electronics und Home Appliances gibt die aktuelle repräsentative Studie der gfu wieder, bei der in der ersten Aprilwoche 2020 eintausend Personen in Deutschland online befragt wurden.

Unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Marktsegmenten

Die durch die Pandemie hervorgerufenen wirtschaftlichen Veränderungen sorgen für Verunsicherungen bei den Konsumenten und führen in der Folge der geschlossenen Geschäfte auch zu Verschiebungen bei den Kaufabsichten – wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung in den Marktsegmenten der Consumer Electronics und Home Appliances Branche.

So gab es deutlich mehr vorgezogene oder nicht geplante Käufe von IT-Produkten wie beispielsweise Notebooks, Tablet-PCs und PC-Monitore. Dies geht sicher auf die Schließung der Schulen und dem damit verbundenen Homeschooling sowie den höheren Anteil an Homeoffice-Nutzung zurück. So arbeiten 21 Prozent der Berufstätigen unter den Befragten derzeit ausschließlich vom Homeoffice aus, knapp 18 Prozent wechseln zwischen Homeoffice und Büro beim Arbeitgeber. Auch das Kaufverhalten für Produkte mit erhöhtem Frei-zeitnutzen hat sich verändert: So sind die vorgezogenen Käufe von E-Readern um 40 Prozent höher als die verschobenen Käufe, bei Spielkonsolen sind es 14 Prozent.

Auch im Segment der Kühl-/Gefrierkombinationen und bei Gefriergeräten gab es viele vorgezogene Käufe: Besonders auffallend ist hier, dass 86 Prozent der Befragten sogar ein größeres Gerät gekauft haben als ursprünglich geplant. Die Ursache dafür ist sicher, dass viele Käufer eine verstärkte Bevorratung von Lebensmitteln sicherstellen möchten. Im Segment der Smartphones ist die Entwicklung dagegen negativ, da die verschobenen Käufe mehr als dreimal so hoch sind wie die vorgezogenen Käufe. Dies hängt sicher auch damit zusammen, dass viele Käufe mit einem Vertrag eines Netzbetreibers gekoppelt sind. Der Abschluss solcher Verträge ist aktuell aufgrund der geschlossenen Geschäfte nur online möglich.

Keine extremen Zuwächse bei Online-Käufen – aber deutlich mehr Online-Recherche

Geschlossene Geschäfte müssten eigentlich dafür sorgen, dass viel Konsum in Online-Plattformen abwandert. 17 Prozent der Befragten geben auch an, dass sie aktuell mehr Dinge des nicht alltäglichen Bedarfs online kaufen. Dem gegenüber stehen nur rund sechs Prozent, die aktuell eher weniger online kaufen. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) sagen allerdings, dass sich ihr Online-Kaufverhalten nicht verändert habe. Was sich allerdings deutlicher verändert hat, ist die Recherche über Produkteigenschaften und Preise im Internet. 57 Prozent der Käufer von Kühl-/Gefrierkombinationen, 56 Prozent der Käufer von E-Readern und rund 39 Prozent der TV-Käufer, geben an, dass sie im Zusammenhang mit ihrer Kaufabsicht verstärkte Recherche im Internet betrieben haben – was naheliegend ist, denn die Beratung im Fachhandel war aufgrund geschlossener Geschäfte nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich.

Internet und Telefon gewinnen mehr an Bedeutung in der Freizeit

Verstärkte Online-Aktivität gibt es aber nicht nur im Zusammenhang mit Preisrecherchen: Nach Veränderungen in ihrem Freizeitverhalten befragt, gaben rund 54 Prozent an, dass sie nun häufiger im Internet unterwegs sind, 45 Prozent telefonieren häufiger, 42 Prozent sehen mehr lineares Fernsehen, 36 Prozent nutzen häufiger Streaming-Plattformen und Mediatheken. Doch nicht nur Schreibtisch und Sofa werden häufiger für Freizeitaktivitäten genutzt – mehr Zeit wird auch für Kochen & Backen (37 Prozent), Aufräumen (37 Prozent), Putzen (29 Prozent) und Renovieren (23 Prozent) aufgewendet. Mehr Zeit für das Lesen von Büchern und Zeitschriften finden 30 Prozent, für Aktivitäten mit der Familie 28 Prozent.

Nachrichten gefragter denn je – vielfältige Nutzung der TV-Geräte

Die Entwicklungen durch Corona verstärken auch das Interesse der Menschen an Nachrichten. Die größten Zuwächse verzeichnen hier das Internet und der TV, bei welchen gut 68, beziehungsweise 67 Prozent, der Befragten angaben, dass sie es häufiger oder viel häufiger als sonst zur Information über aktuelle Ereignisse nutzen. Ebenfalls ein deutlich positiver Trend ist bei Radio (39 Prozent), Zeitungen und Zeitschriften (26 Prozent) sowie Podcasts (13 Prozent) erkennbar, auch wenn die Zuwächse geringer ausfallen als bei Internet und TV. Der TV ist allerdings nicht nur Nachrichtenlieferant, sondern wird in Corona-Zeiten für viele auch noch stärker zum vielfältigen Unterhaltungsmedium. Weil Kinos geschlossen sind, findet das Kino eben zuhause statt. Insgesamt 15 Prozent der Haushalte haben Corona-bedingt kostenpflichtige Verträge für Filme, Dokumentationen und Serien abgeschlossen. Elf Prozent sagen, dass sie aufgrund der aktuellen Gegebenheiten zusätzlich zu einem bereits bestehenden Streaming-Vertrag ein weiteres Abo abgeschlossen haben, vier Prozent der Befragten geben an, dass sie jüngst erstmalig einen Vertrag mit einem Streaming-Anbieter abgeschlossen haben.

Fazit und weitere Entwicklung

Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu, bilanziert zur Studie: „In allen Segmenten des Consumer Electronics und Hausgeräte-Markts kann man erkennen, dass geplante Anschaffungen verschoben werden. Auch wenn die gegenwärtige Situation für viele Befragte mit wirtschaftlichen und anderen Unsicherheiten verbunden ist, gibt es Zuversicht für die Zeit nach der Krise: Aufgrund der Attraktivität und des hohen Kundennutzens der Geräte ist nach Überwindung der Pandemie wieder mit einer deutlichen Marktbelebung zu rechnen. Der nicht extrem gestiegene Anteil der Online-Käufe belegt das Vertrauen der Konsumenten in die Beratungs-Kompetenz des stationären Handels. Darüber hinaus zeigt sich, dass die Gesellschaft krisenbedingt mehr zusammengerückt ist.“

Dazu die Zahlen aus der Studie: Fast zwei Drittel (65 Prozent) sagen, dass die Gesellschaft krisenbedingt enger aneinandergerückt ist. Auch längerfristige weltwirtschaftliche Veränderungen prognostiziert fast die Hälfte (48 Prozent) durch die Zustimmung zu der Aussage, die aktuell gemachten Erfahrungen werden dazu führen, dass zukünftig wieder mehr Produktion von Fernost zurück nach Europa verlagert wird.

 

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Suchtgefahr oder Segen? – Digitaltechnik in der Corona-Krise

Die Corona-Krise ist eine Sternstunde der Digitaltechnik: Das Internet ist Informationsquelle und Verbindung zur Arbeit, Streamingdienste bieten Ablenkung, und Computerspiele beschäftigen Kinder, die kaum vor die Tür dürfen. Doch ist das nicht gefährlich? Das kann sein, sagt Prof. Bert te Wildt, Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen (Bayern). Doch selbst für den Suchtexperten überwiegen gerade die positiven Aspekte von Netz und Co.

„Ich beschäftige mich beruflich hauptsächlich mit den negativen Folgen des Internets“, sagt te Wildt. „Ich glaube aber, dass das Internet zu diesen Zeiten eine absolute Hochzeit erleben wird, und das hoffentlich vor allem auf positive Weise.“ Das reiche vom Webcam-Telefonat für Blickkontakt zu den Liebsten über Online-Fortbildungen bis zum Koch-Tutorial. „Wir werden hoffentlich irgendwann sagen können, dass die digitalen Medien ein wahrer Segen in der Krise waren.“

Allerdings steigen durch die intensive Nutzung unter besonderen Umständen auch die Risiken: „Ich bin schon besorgt, dass die Zahl der Internetsüchtigen stark steigen könnte“, so der Experte. Gefährdet seien zum Beispiel alleinlebende Erwachsene. Bei Männern sieht te Wildt zudem die Gefahr einer Pornografie-Sucht. Und bei nicht ausgelasteten Jugendlichen droht vielleicht eine Computerspiel- oder Social-Media-Sucht.

Was kann davor schützen? „Es ist jetzt mehr denn je wichtig, sich zu disziplinieren und sich nicht komplett gehen zu lassen“, erklärt te Wildt. Das betreffe nicht nur den digitalen Konsum, sondern auch andere Lebensbereiche – Alkohol- oder Tabakkonsum etwa. „Wer jetzt anfängt, in negative Gewohnheiten und Rituale abzustürzen, kommt da in den nächsten Wochen und Monaten wahrscheinlich auch nicht mehr raus.“

Um das zu verhindern, rät der Experte dazu, positive – und analoge – Rituale zu etablieren. Vielleicht lässt sich die erste und letzte Stunde des Tages komplett ohne Digitaltechnik verbringen? Familien können auch die Brettspiele wieder auspacken. Und eventuell lässt sich eine feste Vorlesestunde oder ein displayfreies Familienessen vereinbaren. „Es ist jetzt ausschlaggebend, sich zu fragen, was man will und was einem guttut.“

 

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Das Handy als Geheimwaffe im Kampf gegen das Coronavirus?

Es klingt bestechend: Das Handy soll zum Mitstreiter gegen das Coronavirus werden. Wer Kontakt hatte zu einem Infizierten, könnte über die Standortdaten seines Mobiltelefons ermittelt und informiert werden. Im ersten Anlauf ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit der Idee gescheitert. Aufgegeben hat er sie noch nicht. Das Thema soll nun bei den Beratungen nach Ostern eine Rolle spielen – wenn es um „eine Zeit nach Corona“ geht, in der der Kampf gegen das Virus anhält, die Einschränkungen aber gelockert werden.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gäbe es viel Rückhalt für solche Überlegungen: 50 Prozent sagten, sie hielten die Ortung von Kontaktpersonen von Infizierten für sinnvoll. 38 Prozent fänden das unangemessen. 12 Prozent machten keine Angaben.

Welche Ortungsdaten kann man von Smartphones überhaupt bekommen?

Es gibt im Kern zwei Wege, Informationen über die Position eines Mobiltelefons zu kommen: darüber, in welche Funkzelle es eingebucht ist – also welche Masten Daten übermitteln – , und über Satelliten-Systeme zur Positionsbestimmung wie GPS oder Galileo.

Was davon ist präziser?

Die Satelliten-Ortung ist auch in der Verbraucher-Version bis auf wenige Meter genau. Durch den Datenschutz in den beiden Smartphone-Betriebssystemen – Googles Android und dem iOS von Apples iPhones – ist der Zugriff auf den GPS-Chip aber nur mit Zustimmung des Nutzers möglich. Deshalb ist die gangbarste Lösung dafür eine App, bei der Verbraucher freiwillig ihre Positionsdaten freigeben.

Und wie sieht es mit der Genauigkeit der Funkzellen-Daten aus?

In einer Funkzelle kann man die ungefähre Position eines Telefons am Abstand zu Sendemasten bestimmen. Allerdings geht das selbst in Innenstädten mit dicht gesäten Antennen nach Angaben von Experten bestenfalls auf etwa 50 Meter genau. In Vororten oder auf dem Land ist das Ergebnis noch weniger präzise. Die Methode wäre damit viel zu ungenau, um Annahmen über eine Ansteckungsgefahr zu treffen. Zudem speichern die Anbieter aktuell nur anonymisierte Positionsdaten.

Sobald ein Telefon eine Funkzelle verlässt, verfallen die Informationen, die einem konkreten Nutzer zugeordnet werden können.

Will man sie erheben, müssten die Systeme erst umprogrammiert werden.

Würde man jede Kontaktperson sammeln?

Nein. Man müsste die Ergebnisse sinnvoll eingrenzen. „Man kann nach Überschneidungen suchen, wie oft und wie lange jemand an der gleichen Stelle wie jemand anderes war“, sagt Fabian Theis, der sich am Münchner Helmholtz Zentrum mit der mathematischen Modellierung biologischer Prozesse beschäftigt. Diese Informationen könne man mit Geoinformationsdaten abgleichen – um etwa herauszufinden, ob an diesem Ort ein Café oder ein Park ist.

Ist das alles wirklich nötig?

Es gibt hier widerstreitende Interessen. Bisher haben Bund und Länder zur Eindämmung des Coronavirus auf Blankomaßnahmen gesetzt: Für alle greifen mehr oder weniger die gleichen Regeln, mit gewissen Unterschieden zwischen den Ländern. Aber grundsätzlich gilt zum Beispiel, dass der Aufenthalt im öffentlichen Raum nur mit höchstens einer anderen Person, die nicht im gleichen Haushalt lebt, gestattet ist. Die Auflagen sollen sowohl die Möglichkeiten zur Weitergabe des Virus als auch zur Ansteckung verringern.

Wenn man die Zahl potenziell infizierter Menschen stärker eingrenzen könnte – etwa über die Nutzung von Handydaten -, wäre die Lockerung der Regeln für andere womöglich weniger riskant. Politik und Gesellschaft müssen Datenschutz und Bewegungsfreiheit gegeneinander abwägen. Es gibt aber auch ganz andere Überlegungen, etwa eine starke Ausweitung an Tests oder mehr Vorsicht bei Risikogruppen und mehr Bewegungsfreiheit für andere.

Welche Daten übergab die Telekom bereits dem Robert-Koch-Institut?

Das waren anonymisierte Daten, die ausschließlich Rückschlüsse darüber erlauben, wie viele Telefone sich in welchen Gebieten bewegt haben. Das RKI erhofft sich davon Erkenntnisse darüber, ob die bisherigen Maßnahmen funktionieren.

Wie stehen Datenschützer dazu?

Die Weitergabe der anonymisierten Telekom-Informationen stufte der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber als rechtskonform ein.

Zugleich mahnte er: „Ich sehe, dass in anderen Staaten während der Corona-Pandemie der Datenschutz teilweise vernachlässigt wird.“ In Deutschland ließen sich alle Lösungen aber auch grundrechtskonform gestalten. Kelber gab auch zu bedenken: „Bisher fehlt jeder Nachweis, dass die individuellen Standortdaten einen Beitrag leisten könnten, Kontaktpersonen zu ermitteln. Dafür sind diese viel zu ungenau.“

Wie machen es andere Länder?

Das israelische Gesundheitsministerium ließ eine App entwickeln, mit deren Hilfe Nutzer über den Kontakt mit Coronavirus-Infizierten informiert werden sollen. Sie unterrichtet Nutzer, wenn sie sich in den 14 Tagen vor einem positiven Coronavirus-Test in der Nähe eines infizierten Menschen aufgehalten haben. Die App verfolgt die Standorte der Nutzer und gleicht sie mit den Informationen des Gesundheitsministeriums ab. Israel erlaubt dem Geheimdienst auch den Einsatz von Überwachungstechnologie, die sonst zur Terrorbekämpfung dient. Nach Medienberichten geht es um Handyüberwachung Erkrankter.

Auf Apps mit GPS-Zugang setzen auch Singapur und Österreich. Südkorea übermittelt an Smartphones sogar Informationen über Alter, Geschlecht und letzten Aufenthaltsort von Infizierten in der Nähe. China setzt auf sein System sozialer Kontrolle, das unter anderem mit Gesichtserkennung funktioniert.

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Bildungsministerium öffnet Schul-Cloud wegen Corona-Krise

Die deutsche Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) wird künftig deutlich mehr Schulen zur Verfügung stehen als zuvor. Das kündigten Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und das HPI am Freitag in Berlin an und bestätigten damit einen Bericht des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). Zur schnellen Unterstützung der Schulen in der Corona-Krise werde die Schul-Cloud für alle Schulen geöffnet, die kein vergleichbares Angebot des Landes oder Schulträgers nutzen können. „In diesen Wochen der Schulschließungen müssen wir alle Ressourcen mobilisieren, damit der Unterricht zumindest teilweise stattfinden kann“, sagte Karliczek.

Am Donnerstag hatte sich das Bundesbildungsministerium mit den Bundesländern darauf geeinigt, 100 Millionen Euro aus dem fünf Milliarden Euro schweren Digitalpakt Schule für den Ausbau von Online-Angeboten und Lernplattformen im Netz zu verwenden. Als Reaktion auf die Notsituation soll das Geld aber nicht nur für die technische Infrastruktur fließen, sondern auch für die Lerninhalte.

Soforthilfen stünden nun auch für eine Kooperation der HPI Schul-Cloud mit der Wikimedia Deutschland e. V. und der edu-sharing.net e. V. bereit, teilte das HPI mit. Beide Vereine sind Mitglieder des Bündnis Freie Bildung und werden die Einbindung von Lerninhalten in den Lernstore der Schul-Cloud betreuen.

Die Cloud des HPI wird bislang von 128 Schulen mit einem Schwerpunkt auf den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bundesweit und im Ausland genutzt.

Nun können auch die Einrichtungen mitmachen, die keine MINT-Schule sind. Als Niedersächsische Bildungscloud, Schul-Cloud Brandenburg und Thüringer Schulcloud wurden außerdem landesweite Lösungen an jeweils mehr als 40 Schulen aller Schulformen und Bildungseinrichtungen im Unterrichtseinsatz erprobt. Dort werden die Cloud-Lösungen jetzt auch außerhalb des Pilotprojektes ausgerollt.

„Wir werden den Einführungsprozess dafür deutlich verkürzen, um alle interessierten Schulen so schnell wie möglich anzuschließen und über die Lernplattform Lernen.cloud Einführungskurse und Best-Practice-Lehrbeispiele anbieten“, versprach Professor Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts und Leiter des HPI Schul-Cloud-Projekts. „Vielleicht können wir der Krise auf diese Weise auch etwas Positives abgewinnen, in dem wir die digitale Schulbildung voranbringen.“

Als moderne digitale Lernumgebung könne die Schul-Cloud zu jeder Zeit und an jedem Ort genutzt werden. „Auch in Zeiten von Schulschließungen kann in der HPI Schul-Cloud weiterhin gemeinschaftlich an Dokumenten, Projekten oder Hausaufgaben gearbeitet werden und der Unterricht muss nicht zum Erliegen kommen“, betonte Meinel.

 

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Phoenix weitet Corona-Berichterstattung aus – Untertitel für Hörgeschädigte

RKI-Pressekonferenz täglich in voller Länge live

Der öffentlich-rechtliche Ereigniskanal Phoenix kündigt die Ausweitung seiner Berichterstattung über die Corona-Pandemie an. Zudem bietet der Sender für Hörgeschädigte Live-Untertitel zu den Pressekonferenzen des RKI über die Videotext-Seite 777 an.

Phoenix weitet seine Berichterstattung über die Corona-Pandemie aus: Wie bisher schon zeigt Phoenix weiterhin die werktägliche Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie jeweils um 10 Uhr live und in voller Länge. Darüber hinaus werden die Pressekonferenzen ab sofort täglich um 14.30 Uhr in voller Länge wiederholt, um dem gestiegenen Informationsbedürfnis in der Bevölkerung zu entsprechen. Ausschnitte der Pressekonferenzen zeigt der Ereigniskanal ferner in „Phoenix der Tag“ um 17.30 Uhr und um 23.00 Uhr.

Um auch Hörgeschädigten den Zugang zu den aktuellen Informationen des Robert-Koch-Instituts zu erleichtern, sendet Phoenix die Pressekonferenzen des RKI ab sofort mit Live-Untertiteln. Die Untertitel können über die Videotext-Seite 777 hinzugeschaltet werden.

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Avatar VonThomas Vogt - Vorsitzender

Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen!

Aufgrund bestätigter Coronavirus-Infektionen im Landkreis und der Stadt Freital schließen wir unsere Geschäftsstelle für den allgemeinen Kundenverkehr.

Gern können Sie Kontakt mit uns aufnehmen.

Telefon:0351 6503830
E-Mail:info@ggaz.de
WhatsApp: 0172 3503328
Telegram:0172 3503328
Kontakt: Formular

In dringenden Ausnahmefällen und nach telefonischer Vereinbarung werden wir gegebenenfalls in persönlichen Kundenkontakt treten.

Unsere allgemeinen Sprechzeiten fallen ab Dienstag, den 17. März 2020 bis auf weiteres aus!

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Thomas Vogt
Vorstandsvorsitzender

 

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